Mathias Lanfer

Vorbereitung und Annäherung an das Kunstprojekt:

„Schweißperlen am Arbeitsamt:“

Perlen, haben in der Regel etwas wertvolles und kostbares und Schweiß entsteht durch Kraft mal Weg, also durch Arbeit. Durch Verdunstung auf der Hautoberfläche werden dem schwitzenden Individuum 2,42 KJ/g Schweiß an Energie entzogen. So kam ich intuitiv auf die Agentur für Arbeit in Stade. Der Ort ist nur eine erste Auswahl. Das Projekt lässt sich auch an anderen Orten realisieren.
Übergroße gelbe Tropfen oder Tränen hängen am Dachüberstand des Verwaltungsgebäudes. Tropfen, die durch die Gravitation aus sich heraus entstehen. Um sich den Formprozess vorstellen zu können, nehme man ein Kondom, lässt eine 3 cm große Bleikugel hinein und ziehe die Öffnung mit einem Ring nach oben.
Durch die Gravitation und die Dehnung des Materials, entsteht eine Tropfenform.
Die Ausgangsform wird in meinem Atelier vorbereiten. Eine Ausgangshöhe von ca. 2,5 Meter und mit einer Reißdehnung von bis zu 900%, lassen Formen bis zu ca. 18 Meter Höhe oder Länge entstehen. „Gespannte oder gezogene“ Tränen, die kein großes Eigengewicht haben.

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„Knirps und High Speed“

Vom Tropfen kommt man schnell zum Wasser, zum Regen/Schirm. Der zusammenfaltbare Regenschirm, der bei Nichtverwendung möglichst wenig Platz einnimmt, wurde 1928 von Hans Haupt aus Breslau erfunden, wobei es im späten 17. Jahrhundert bereits erste Versuche in diese Richtung gab. Dieses Modell ließ er sich 1930 patentieren und nannte es „Knirps“.
Am Beginn des 19. Jahrhunderts waren auch Regenschirme in Mode, die mit Hilfe eines metallenen Erdungsbandes als Blitzschutz eingesetzt wurden.

(Johann Conrad Gütle, Allgemeinen Sicherheits-Regeln für Jedermann bei Gewittern, in Ermangelung eines Blitzableiters den Gefahren des Blitzschlages auszuweichen. 1805).

Dieses faltbare Gerät steht im Mittelpunkt meines zweiten Projekts. Dazu jedoch benötige ich eine High speed Kamera. Eine solche Kamera macht bis zu 20 000 Bilder pro Sekunde (fps, frame per second). Zunächst werde ich das eigentliche Dach des Schirms entfernen und nur noch mit der Mechanik arbeiten. Diese Mechanik wird dann in gelber Farbe getaucht, dann entladen und mit 20 000 Bildern in der Sekunde fotografiert bzw. gefilmt. Die entstehenden, faszinierenden Aufnahmen werden in einem ca. 4 Minuten Film präsentiert und als Auflage/ DVD Objekt zum Verkauft angeboten. Da ich eine Vielzahl von Schirmen einsetzen werde um das richtige Ergebnis zu erreichen, fallen als “Handhabungsverluste“ viele Objekte, Zeichnungen und Papiere an, die ich zu einer Prozess-Skulptur komponieren werde. Erste Versuche mit verschiedenen Mechaniken und Modellen finden bereits statt.
Der Standort der endgültigen Präsentation steht heute noch nicht fest. Eine Beamer Präsentation ebenfalls im Arbeitsamt oder dort wo Menschen leben, sich aufhalten oder sich begegnen wäre denkbar aber auch die Zentrale des Projekts, die Seminarturnhalle kommt in Betracht.