Künstlerische Projekte im Stadtraum Stade

Im Jahr 2007 hat in Stade das Projekt „Skulpturenpfad“ stattgefunden. Angedacht wurde im Anschluss an das Projekt eine ähnliche Veranstaltung alle zwei Jahre durchzuführen. Hier liegt nun ein Konzept vor, wie sich aus unserer Sicht ein zeitgemäßes Skulpturen-Projekt für 2009 in Stade realisieren lässt. Ein Projekt das zum Einen dem erweiterten Skulpturenbegriff Rechnung trägt und zum Anderen einen unmittelbaren und direkten Bezug zu unserer Stadt hat. Das heißt, keine beliebige Stadtmöblierung mit beliebiger Kunst an vorbestimmten Orten, sondern eine künstlerische Auseinander-Setzung mit der Situation Stades, als vitales, wachsendes und aufstrebendes Mittelzentrum in der Metropolregion Hamburg.
Der Trend im Kunst- und Ausstellungsbetrieb, nicht nur in Großstädten, sondern gerade in der sogenannten „Provinz“, eine Auseinandersetzung und Identifikation mit Kunstprojekten zu erreichen, ist unübersehbar.

Das Projekt

Aus vorgenannten Überlegungen wird das Projekt in Form eines Symposiums stattfinden. Dieses garantiert eine intensive künstlerische und prozessorientierte Auseinandersetzung mit den städtebaulichen, historischen und strukturellen Gegebenheiten unserer Stadt. Ebenso wird in Form eines Symposiums der interdisziplinäre Ansatz, der intendiert ist, stärker herausgearbeitet und vermittelt werden können. Hierdurch wird eine Auseinandersetzung, und ihre Bezüge über formal-ästhetische Positionen hinaus, möglich. Vorstellbar sind ebenso Projekte mit Bewohnern.

Im Vorfeld, haben sich die eingeladenen Künstler mit den Organisatoren getroffen und eine erste Besichtigung der Stadt durchgeführt. Bei dem zweitägigen Treffen konnten erste Ideen projektiert werden. In der Projektphase vom 08.06.09. sind die Künstler vor Ort und haben Gelegenheit Ihre spezielle Arbeit für dieses Projekt zu realisieren.
Gemeinsamer Treffpunkt und Werkstatt ist die Seminarturnhalle . Diese soll ebenso als Eröffnungslokalität der Ausstellung dienen. Während der Ausstellung wird hier parallel die Entstehungsphase der „Außen-Werke“ durch Skizzen, Entwürfe oder Modelle in ihrem prozesshaften Werden dokumentiert werden. Der Werkstattcharakter des Projektes fördert den Austausch zwischen den Künstlern untereinander und den Dialog mit der Öffentlichkeit.

Orte und Kooperationen

Die Künstler haben die Orte für ihre künstlerischen Interventionen selbst ausgesucht. Bedingung war die Absprache mit der Stadt und dem Ordnungsamt. Eine Konzentration auf das innere Stadtgebiet war angestrebt. Es ist gewünscht für die einzelnen Künstler und ihre Arbeiten, Paten unter den Stader Firmen und Gewerbetreibende zu finden. Diese können ihren Einsatz nicht nur mit der Bereitstellung von finanziellen Mitteln für das Projekt realisieren, sondern ebenso den Künstlern technologische oder logistische Hilfe anbieten. Der Vorteil solcher Einzel-Kooperationen ist eine gute Möglichkeit, über die Identifikation mit einem speziellen Künstler und seinem Werk oder Arbeitsansatz, das Kunstprojekt vor Ort zu verankern. Eine Kooperation mit dem Sanierungsträger des Altländer Viertels, der BauBeCon ist vorbereitet. Der Umbruch, der sich derzeit dort auf allen Ebenen vollzieht, wirft außer stadtplanerischen auch künstlerische Fragen auf. Hier ist von besonderem Interesse die umfassende Veränderung in der Architektur und dem angrenzenden "Öffentlichen Raum". Ein künstlerischer Eingriff wird sich hier im Spannungsfeld, zwischen Verfall und Sanierung positionieren. Über die Kunst bietet sich hier die Chance, Abgrenzung, Anonymität, Integration und "öffentliches Leben" nachhaltig zu thematisieren.

Rahmenprogramm und Podium

Vor der Eröffnung findet eine Podiumsdiskussion mit den Künstlern und externen Fachleuten im Bereich Skulptur und Kunst im öffentlichen Raum, in der Seminarturnhalle statt. Im Rahmenprogramm werden regelmäßige Führungen, zusätzliche Anreize bieten, sich mit den Werken der Künstler und deren verschiedenen künstlerischen und persönlichen Positionen auseinander zusetzten. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Anregungen

Ist es die Aufgaben von Kunst, Architektur und Design Menschen und Objekten zu helfen, dehnbarer zu werden?

Kunst als Erweiterung, die sich mit komplexen Themen wie Nano- und Umwelttechnologie, Mensch und Natur, Interaktion, Individuum und Masse und den menschlichen Sinnen beschäftigt?

Versteht sich der Künstler als Dolmetscher, der die wissenschaftlichen und sozialen Errungenschaften in sinnliche Objekte übersetzt?

Die Verbindung zwischen Wissenschaft, Technologie und Kunst überzeugt nicht immer nur durch Bequemlichkeit; sondern auch durch Umweltbewusstsein, Humor und Intelligenz.

Der Künstler als „Überlebenskünstler“, der immer wieder neue Verbündete findet, die ihn beschäftigen und seinen Beruf immer wieder neu erfinden kann. Ein komplexer Zusammenhang des „Miteinander von Verschiedenen“. Das ist ein Berufsbild des bildenden Künstlers.