Christiane Klatt,

Christiane Klatt, bedient sich der Bilder unseres kollektiven Gedächtnisses, und pocht dabei auf Ähnlichkeiten, ohne sich auf pure Äußerlichkeiten zu beschränken. Sie ist daran interessiert, dass das "Gestern im Jetzt" aufblitzt. Indem sie in unserer Erinnerung Bildvorstellungen mit heutigem versöhnt, überrascht sie uns mit einem Netz von Korrespondenzen. Diese sind geschwängert mit Erinnerungen, die so dicht heranfluten, dass sie nicht aus diesem Leben, sondern anderswo herzustammen scheinen. Dabei hat das Prinzip Ähnlichkeit eine philosophische Relevanz, die Klatt und Walther Benjamin und dessen epochemachendem "Passagenwerk" verbindet.

Christiane Klatt, 2008, „Nashorn“, Stahl/Gummi

Wenn wir sagen, das Äußere eines Nashorns sei einem anderen ähnlich, so heißt das, dass gewisse Züge dieser zweiten Erscheinung in der ersten auftauchen, ohne dass das erste aufhört zu sein, was es war. Das ist es, womit sich Christiane Klatt`s, Vorstellungen materialisiert. Dabei greift sie zu Formstoffen, die den archetypischen Charakter ihrer Plastiken unterstreicht und den Eindruck von Versteinerung hinterlässt.